25.11.2021

Nach 16 Jahren ist Schluss – Robert Ebner tritt von der TIMBERSPORTS® Bühne

Nach 16 Jahren ist Schluss – Robert Ebner tritt von der TIMBERSPORTS® Bühne

„Dieser Junge wird schon bald ganz oben angreifen", sah es kein geringerer als TIMBERSPORTS® Legende Dirk Braun voraus. Am 8. Juli 2006 traten elf junge Nachwuchssportler in Gütersloh beim Rookie Cup an, wobei Dirk Braun einen gerade 21-Jährigen ins Auge fasste. Nicht nur, dass dieser Newcomer bei seinem Wettkampf-Debüt – nur wenige Monate nach seinem ersten Probetraining – gleich den ersten Platz holte. Er bestach zudem durch eine besondere Technik und seltenes Gefühl für das Holz. Es war Robert Ebners erster Auftritt auf der TIMBERSPORTS® Bühne.

Und Dirk Braun sollte Recht behalten. Der kometenhafte Aufstieg des Mannes aus Ottelmannshausen setzte sich ohne Verzug fort und verlief vermutlich noch rasanter als geahnt: Bereits im selben Jahr tritt Ebner bei der Deutschen Meisterschaft der Pros an und belegt bei zwölf Teilnehmern den siebten Platz. 2007 folgt die Deutsche Vizemeisterschaft, nur einen Punkt hinter Dirk Braun, ehe Robert Ebner 2008 – nur zwei Jahre nach Beginn seiner Karriere – erstmals seinen damaligen Förderer und Trainingspartner übertrumpft und den nationalen Thron besteigt.

Von dem sich Robert Ebner vorerst nicht mehr vertreiben lässt. 2009 und 2010 verteidigt er seinen Titel. Seine makellose Technik, verbunden mit begeisternder Dynamik und der totalen Fokussierung auf Werkzeug und Holz charakterisieren seinen Stil fortan. Besonders in den Axt-Disziplinen erarbeitet sich Ebner mit diesen Attributen eine Vormachtstellung, die ihm auch international zugutekommt. Nachdem es für den damals 23-Jährigen bei seinem WM-Debüt 2008 in irischen Kilkenny schon für den fünften Platz reicht, setzt er in den Folgejahren zwei absolute Ausrufezeichen. 

2009 gewinnt Ebner im schweizerischen Brienz die Bronze-Medaille; nur Brad De Losa und Jason Wynyard schaffen es, Ebner an diesem Tag zu überflügeln. Getrieben von seinen Erfolgen tritt er ein Jahr später erneut auf die WM-Bühne und schafft den größten sportlichen Erfolg seiner Karriere: Die Vizeweltmeisterschaft. Erneut ist es nur die neuseeländische Sportholzfäller-Legende Jason Wynyard, dem Ebner den Vortritt lassen muss. 

Alles auf Anfang
In den anschließenden Jahren sammelt der Ausnahmeathlet im stetigen Zweikampf mit Dirk Braun weiter Titel um Titel, ehe er 2014 jäh ausgebremst wird. Unmittelbar vor der Champions Trophy in Budapest erleidet Ebner, von Beruf Forstwirtschaftsmeister, bei einem Arbeitsunfall Brüche an beiden Armen und im Gesicht, die ihn für acht Monate komplett aus dem Training reißen. Obwohl zwischenzeitlich unklar ist, ob Robert Ebner jemals wieder eine Axt oder Säge in die Hand nehmen kann und damit seine sportliche und berufliche Zukunft offen ist, bleibt er TIMBERSPORTS® auch in dieser Phase treu. Er engagiert sich unter anderem als Co-Moderator und ist so mit seiner Expertise weiterhin so nah am Geschehen, wie es ihm nur möglich ist.

Trotz aller Widrigkeiten kämpft Ebner sich zurück und legt einen fulminanten Neustart hin, der an seine TIMBERSPORTS® Anfänge erinnert: Bei seinem Comeback beim
LIGNA Cup 2015 belegt er gleich den zweiten Platz und gewinnt im Anschluss sogar den zweiten Qualifikationswettkampf des Jahres in Dinslaken. Sein fünfter Meistertitel bleibt ihm allerdings noch verwehrt.

Mit der Saison 2017 beginnt Ebner dann eine Serie, die im deutschen Sportholzfällen seitdem ihresgleichen sucht: 2017 und 2018 bleibt er auf nationaler Ebene ungeschlagen und lässt 2019 einen weiteren Cup-Sieg folgen. Damit sammelt er in dieser Zeit fünf Cup-Erfolge sowie seine fünfte und sechste Deutsche Meisterschaft. Hinzu kommt der vierte Platz bei der Weltmeisterschaft 2018, wo Ebner nur knapp das Podium verpasst. Erst bei der Deutschen Meisterschaft 2019 endet seine Serie, nachdem Danny Martin ihm die Krone entreißt und vorerst nicht zu schlagen sein sollte.

Jahr des Abschieds
Bis zur Deutschen Meisterschaft 2021. Während einer harten Saison muss Ebner Wettkämpfe immer wieder verletzungsbedingt absagen, verpasst unter anderem dem Ford Transit Cup, die European Trophy und muss auch den Ford Ranger Cup angeschlagen abbrechen. Dennoch reicht es für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in Gelsenkirchen. Nach dieser so schwierigen Saison präsentiert sich Ebner an diesem Tag fo-kussiert wie selten und liefert sich bis zum Schluss einen packenden Fight mit dem amtierenden Champion Danny Martin. Dann, im direkten Final-Duell an der Hot Saw, gelingt Robert Ebner historisches: Er bricht mit einer Zeit von 4,87 Sekunden den Weltrekord von TIMBERSPORTS® Legende Dirk Braun und sichert sich als erster Athlet, der diese Disziplinen in unter fünf Sekunden absolviert, seine siebte Deutsche Meisterschaft. 

Dass es das vorletzte Kapitel einer denkwürdigen Karriere sein würde, ließ der sichtlich berührte Robert Ebner erstmals im Anschluss an den Wettkampf erahnen: „Ich danke allen, die mich unterstützt haben. Meine Familie gibt mir unheimlich viel Kraft. Heute lief viel über das Mentale und ich merke, dass dieser intensive Sport über 16 Jahre seine Spuren hinterlässt."

Seinen endgültigen Abschied feiert er jedoch bei der Weltmeisterschaft, auf der Bühne der größten Sportholzfäller der Welt. Mit dem Wissen, dass seine Zeit als
TIMBERSPORTS® Athlet hier enden wird, reist er zum Austragungsort nach München und macht sein Karriereende nach dem zehnten Platz bei der Weltmeisterschaft offiziell: „Natürlich habe ich mir mehr erhofft, aber ich war heute nicht in bester Verfassung. Daher kann ich jetzt mit einem Lachen aufhören – wo sich eine Türe schließt, gehen andere auf."

40 Wettkämpfe auf nationaler Ebene auf dem Podium beendet, darunter 20 erste Plätze und sieben Deutsche Meisterschaften. Darüber hinaus Vizeweltmeister und Weltrekordhalter – Eckdaten einer großen Karriere.

„Mit Robert Ebner beendet ein absoluter Ausnahmeathlet seine sportliche Laufbahn, der eine Ära mitgeprägt hat. Doch nicht nur gemessen an seinen Wettkampferfolgen, sondern auch mit Blick auf sein Engagement neben der Bühne bedeutet sein Karriereende einen großen Verlust für uns und unseren Sport: Robert hat immer alles gegeben, egal ob als Sportler, als TIMBERSPORTS® Repräsentant in der Öffentlichkeit oder als langjähriger Sprecher der deutschen Athletinnen und Athleten. Wir respektieren Roberts Entscheidung und wünschen ihm für seine weitere Laufbahn alles Gute", bedankt sich Christin Rathke, Managerin von STIHL TIMBERSPORTS® Deutschland, für die gemeinsame Zeit.