Das exklusive SERIES Interview: Die Zeitmessung bei der STIHL® TIMBERSPORTS® SERIES
Im sportlichen Wettstreit mit Axt und Säge entscheiden oftmals Sekundenbruchteile über Sieg oder Niederlage. Um eine genaue Zeitnahme und damit einen fairen Wettkampf zu garantieren, kommt bei der STIHL® TIMBERSPORTS® SERIES eine speziell entwickelte Messanlage zum Einsatz. Wie das System funktioniert, erklärt der Betreuer der Timing-Anlage Frank Meijer im SERIES Interview.
STS: Frank, welche Herausforderung stellt das Sportholzfällen an die Zeitmessung?
Frank Meijer: In den meisten Sportarten, in denen die Athleten im Kampf gegen die Uhr antreten, erfolgt die Zeitnahme voll automatisiert. Bei den Leichtathleten etwa wird in den Laufdisziplinen die Messung mit dem Startschuss ausgelöst und beim Zieleinlauf durch eine Lichtschranke gestoppt. Beim Sportholzfällen ist eine solch komplett technisierte Zeitnahme nicht möglich. Hier muss der Moment, in dem der Block durchschlagen oder der letzte Cookie vom Stamm getrennt wird, visuell von einem Zeitmesser erfasst werden.
STS: Und wie läuft die Zeitmessung nun genau ab?
Frank Meijer: Bei den Axtdisziplinen und der Single Buck erfolgt der Start des Wettbewerbs und damit auch der Zeitnahme über das vom Tonband eingespielte Startkommando. Bei den beiden Motorsägendisziplinen wird der Wettkampf per Startschuss freigegeben. Hier ist an der Pistole ein Schallabnehmer angebracht, so dass der Knall die Messung auslöst. Die Zeitnehmer konzentrieren sich also ganz auf den entscheidenden Moment, in dem das Holz durchtrennt wird. Dann bedienen sie einen Drücker, der die Zeitnahme beendet. Die Messgeräte sind über Kabel mit einem Computer verbunden. Auf diesem ist eine eigens für die Wettkämpfe programmierte Software installiert, mit der automatisch die Auswertung erfolgt.
Während der Wettkämpfe verfolgt Frank Meijer (r.) die Auswertung am Computer.
STS: Wenn der Faktor Mensch mit ins Spiel kommt, sind Fehler nie ganz auszuschließen. Welche Maßnahmen werden eingesetzt, um Ungenauigkeiten zu verhindern?
Frank Meijer: Bei den Meisterschaften der STIHL® TIMBERSPORTS® SERIES wird jeder Sportler pro Disziplin von drei Zeitnehmern gestoppt. Aus den drei Messungen wird automatisch ein Mittelwert gebildet, der dann als Wertung in das System einfließt. Dieses Verfahren hat sich sehr gut bewährt. Zur Kontrolle können wir auf eine Videobeobachtung zurückgreifen, die uns eine nachträgliche Zeitmessung ermöglicht. Der Vergleich zeigt jedoch, dass es kaum und allenfalls minimale Abweichungen gibt.
STS: In welchen Fällen wird auf die Videoaufzeichnung zurückgegriffen?
Frank Meijer: Die Entscheidung fällt der Schiedsrichter. Falls er den Eindruck hat, dass bei der Zeitnahme ein Fehler aufgetreten ist, schaut er sich die Aufnahme an und stoppt die Zeit am Bildschirm nach. Außerdem kommt der Videobeweis zum Einsatz, wenn der Verdacht auf einen Frühstart besteht. Dieser hätte die Disqualifikation des Sportlers in dem betreffenden Wettbewerb zur Folge.
Große Displays ermöglichen den Sportlern und Zuschauern einen unmittelbaren Blick auf die Bestzeiten.
STS: Welche Disziplin stellt die höchsten Anforderungen an die Zeitnehmer?
Frank Meijer: Ich denke, das ist der Underhand Chop. Bei den Sägedisziplinen lässt sich der Moment, in dem die letzte Scheibe vom Stamm getrennt wird, recht einfach erfassen. Auch beim Springboard und Standing Block Chop kann man gut erkenn, wann der Block durchtrennt wird und herunter fällt. Beim Underhand Chop ist es aufgrund der Perspektive schon etwas schwieriger festzuhalten, ob das Holz bereits komplett zertrennt wurde. Durch eine ausführliche Schulung der Zeitnehmer wird jedoch auch hier eine größtmögliche Genauigkeit sichergestellt.
STS: Vielen Dank für das Gespräch!
Beim Underhand Chop und den anderen Disziplinen werden die Zeiten der Sportler von drei Timern gestoppt. Der Mittelwert aus den drei Messungen fließt als Wertung in das System ein.
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